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Rumpelfußball-Blog

Fußballblog. Hängt mit dem Herz an den Lilien und St.Pauli. Senf gibt es aber auch zu allem ums runde Leder.

Zugabe: Schweres Erbe. Saisonfazit der Lilien.

Trainer-Trubel, Corona-Pause und am Ende eine sehr gute Saison. Der SVD trotzt sportlich allen Widrigkeiten und landet in der zweiten Liga auf Platz fünf. Das ist beeindruckend und hinterlässt große Fußabdrücke für die kommende Spielzeit.

 

Eigentlich hätte man meinen können, dass Dimitrios Grammozis ein schweres Erbe hätte antreten müssen. Schließlich folgte er auf Dirk Schuster, den Darmstädter Trainer der letzten Jahre. Eigentlich den Trainer überhaupt, hatte er die 98er doch von Liga drei in die Bundesliga und zum Klassenerhalt geführt. Sein zweites Engagement war dann allerdings nicht ganz so erfolgreich, der Fußball eher zum Abgewöhnen, die Tabellenpositionen ebenfalls. So übernahm der ehemalige Bundesligaprofi aus Wuppertal ein doch nicht so schweres Erbe. Nach 47 Spielen mit 1,6 Punkten im Schnitt hinterlässt er seinem Nachfolger Markus Anfang aber ein eben solches. War der Klassenerhalt in der vergangenen Saison schon souverän, Platz fünf nach dieser Spielzeit ist beeindruckend. Seit Spieltag 27 steht man auf diesem Tabellenrang, dazu holte man starke 52 Punkte. Nur zwei weniger als ehemalige Bundesligadino aus dem Hamburger Volkspark. Und das obwohl man zum Beispiel seinen Stammkeeper vor der Saison eben an jenen Klub verlor.

 

Auf dem Transfermarkt agierte man nicht aufgeregt, fast alle Transfer fügten sich gut ins Team ein. Selbst ein Patrick Pfeiffer, der lange Zeit kaum Einsatzzeiten bekam, bewies spät noch sein Können. Einzig Erich Berko und Ognjen Ozegovic kamen so gar nicht in Darmstadt an. Während der Serbe erst spät und eben auch aus einem ganz anderen Umfeld kam, hatte man sich von Berko sicher mehr erhofft. In Dresden überzeugte der Ex-Stuttgarter klar, man hatte ihn eher als Königstransfer eingeplant und nicht als 119-Minuten-Mann. Nun darf man ob des tollen Endes nicht verschweigen, dass es in dieser Saison auch ruckelige Phasen gab. Man war sogar zwischenzeitlich Vorletzter (am neunten Spieltag). Der neue Stammkeeper Marcel Schuhen brach sich früh den Arm und erlebte beim 1:3 in Fürth einen Nachmittag zum Vergessen. In diese Zeit fällt auch die schwächste Phase des SVD. Sieben Partien ohne Sieg vom dritten bis zum neunten Spieltag. Man rutschte ab und fühlte sich an vergangene Jahre erinnert. Sowohl Frings als auch Schuster starteten gut und rutschten dann mit der Mannschaft in eine Negativserie. Diesmal jedoch stabilisierte man sich bis zum Winter, gewann dreimal und verlor eben nur noch zwei Spiele. Besonders zu Hause war man kaum zu schlagen. Weder vom hsv noch vom VfB. Das Bölle hielt stand. Einzig Meister Bielefeld entführte drei Zähler aus Südhessen.

 

Richtig spaßig wurde die Saison aber erst nach der Winterpause. Zumindest sportlich. War man nach 18 Spielen noch solider Zwölfter nahm das Team 2020 richtig Fahrt auf. Am 23. Spieltag war man schon auf den siebten Tabellenrang geklettert. Zwei Unentschieden und drei Siege hatte man bis dahin geholt. Bis zur Bekanntgabe, dass man mit dem Trainer zu keiner Vertragsverlängerung übereinkam. Das Team schien das nicht zu schocken, bis zur Corona-Zwangspause gab es vier Punkte. Auch nach der Pause ging es bestens weiter. Das Comeback ging zwar nach schwachem Spiel verloren, aber danach gab es fünf Dreier und ein Remis. Nur zweimal verlor man in der Post-Corona-Phase. Am Ende eben Platz fünf. Damit dürften die wenigsten kalkuliert haben. Und auch das Ziel der ruhigen Saison hat man erreicht. Sieht man zumindest vor der schwachen Kommunikation um den Trainerwechsel ab[1]. Auf dem Platz alles gut, aber hat man sich daneben verzockt?

 

Zumindest die Befürchtung liegt nahe. Bis zum Winter konnte man sowohl an Tabellenplatz und Spielweise noch einiges zu Meckern finden. Die Mannschaft wirkte zwar sehr stabil und spielte auch sauberer Fußball als noch unter Schuster, aber man begeisterte nicht wirklich. Das lag maßgeblich daran, dass die Lilien sehr wenig Tore erzielten. Nur Dresden war in der Hinrunde vor dem Tor harmloser als der SVD. Danach lief es deutlich besser. 30 eigene und 20 Gegentore bedeuten Rückrundenplatz zwei. Drittbeste Defensive und zweitbeste Offensive inklusive. Die Rückserie wirkte wie ein Plädoyer der Mannschaft, dass Kontinuität eine gute Idee wäre. Offenbar hat man dem Trainer nicht zugetraut die Entwicklung herzustellen, die das Team dann nach der Trennung besonders hat erkennen lassen. Sportlich kann einem der Trainerwechsel also durchaus auf die Füße fallen. Viel Spielraum scheint im Kader nicht zu sein, man hat diverse Spieler mit Einjahresverträgen gehalten. Auch der neue Trainer und sein Zweijahresvertrag dürfte nicht günstig gewesen sein. Dazu muss Markus Anfang erstmal beweisen, dass er unter relativ normalen Bedingungen arbeiten kann. In Köln und Kiel dürfte er deutlich bessere finanzielle Verhältnisse vorgefunden haben. Ja auch bei Holstein gibt es große Investoren, auch wenn dies sehr gut aus der Öffentlichkeit gehalten wird [2][3]. Jetzt muss also aus weniger mehr gemacht werden. Der SVD steckt neben Corona auch noch in einem Stadionumbau. Und Begeisterung hat Anfang in Köln auch nicht wirklich entfacht, da hat er etwas mit seinem nun Vorgänger und dessen Hinrunde in Darmstadt gemeinsam.

 

Bleibt also als Fazit, dass der Klub im Kerngeschäft eine sehr gute Saison erlebt hat. Neuzugänge und vorhanden Spieler haben eine gute Einheit gebildet, das Team hat bis zum Ende durchgezogen und sich nicht hängen lassen und auch die Platzierung spricht für sich. Was sich davon in die neue Spielzeit übertragen lässt bleibt fraglich. Der neue Coach und sein neues System müssen mit mehrheitlich bestehenden Kräften umgesetzt werden. Dazu konnte nicht mal Vorgänger Grammozis das Schuster-Erbe komplett umbauen in seiner kurzen Zeit (zwei Transferperioden). Nun also der dritte Richtungswechsel in drei Saisons. Der Verein geht ins Risiko. Der Nachlass des scheidenden Coaches ist nicht kleiner geworden, dadurch dass man ihn mit widersprüchlichen Aussagen über Laufzeit und Zukunft des Trainers, als Gewinner aus dem Abschied hat gehen lassen. Dem Nachfolger (einem alten Bekannten des Sportchefs) einen längeren Vertrag zu geben, obwohl das wirtschaftlich angeblich nicht klug war beim Vorgänger und diesem dann noch eine neue Herausforderung ([1]) anzudichten, war alles wenig clever. Wann auch immer die neue Saison startet, Markus Anfang wird ein schweres Erbe antreten. Ob er es stemmen kann, wird vermutlich genauer als üblich betrachtet werden. Selbst sein Vorgänger hatte schon mit langanhaltender Kritik zu kämpfen, nach dessen starker Spielzeit dürfte von Beginn an Erwartungsdruck am Bölle herrschen.

[1] https://www.hessenschau.de/sport/fussball/darmstadt-98/grammozis-abschied-ein-ende-mit-erfolg-und-reichlich-knatsch,grammozis-lilien-abschied-100.html

[2] https://www.abendblatt.de/sport/article210602209/Holstein-Kiel-Dieser-Aufstieg-hat-System.html

[3] https://rp-online.de/sport/fussball/holstein-kiel-das-neue-hoffenheim_aid-11418541

Zugabe: Der nächste Neuanfang.

Wieder eine Saison die nicht nur größtenteils erfolglos verlief, sondern auch den nächsten Neubeginn bringt. Der mutmaßlich nächste Trainerwechsel ist nur eine der vielen Baustellen beim FCSP. Eigentlich muss sich rund um die Profimannschaft fast alles ändern.

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Vorher: Letztes Heimspiel. Darmstadt – Wehen Wiesbaden. (Spieltag #33)

Ein letztes Mal (leeres) Bölle für die 98er. Zu Gast der massiv abstiegsbedrohte Nachbar aus Wiesbaden. Kann der SVWW die Wende schaffen oder vergrößern die Lilien die Sorgen im Keller?

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Vorher: Meisterfeier. Bielefeld – Darmstadt. (Spieltag #32)

Kleine Ironie des fußballerischen Schicksals, dass die Arminia ihre achte Rückkehr in die Bundesliga ausgerechnet gegen Darmstadt auf dem Platz feiern kann. Ob der DSC in wettbewerbsfähigem Zustand sein wird, muss sich am Donnerstag zeigen. Der SVD könnte dem neuen Meister wieder den ersten Platz der Rückrundentabelle abluchsen.

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Vorher: Nur noch fünf. Regensburg – Darmstadt (Spieltag #30)

Zielgerade in der zweiten Liga. Noch haben ein paar Teams Nachholspiele, aber für die meisten stehen die letzten fünf Partien an. So auch für Jahn Regensburg und den SV Darmstadt. Während die 98er den Klassenerhalt wohl sicher haben, ist Regensburg nach der Corona-Pause noch nicht in Schwung gekommen. Vergrößern die Lilien am Samstag die Sorgen des SSV Jahn?

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Vorher: Tabellennachbarn im Erzgebirge. Aue – Darmstadt (Spieltag #28)

Keine Pause, schon am Dienstag muss der SVD in Aue ran. Man reist zum Duell Sechster gegen Fünfter ins Erzgebirge. Die beiden quasi gesicherten Teams können jeweils mit einem Erfolg über die „magische“ 40 Punkte Marke springen. Wer feiert Klassenerhalt in Sachsen?

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Vorher: Spuk am Böllenfalltor? Darmstadt – St.Pauli (Spieltag #27)

Der Geisterneustart scheint einigermaßen funktioniert zu haben. Jedenfalls geht es erstmal weiter. Der SVD empfängt den FCSP, seit dem letzten Wochenende nahe Nachbarn in der Tabelle. Der Neunte reist zum Siebten. Erstes Geisterheimspiel für die Lilien. Wird es besser als beim KSC oder bleiben die Hamburger in der Erfolgsspur?

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Vorher: Fortsetzung. Karlsruhe – Darmstadt (Spieltag #26)

Nach zwei Monaten Corona-Pause der Bundesliga rollt der Ball am Wochenende wieder. Samstag treten die Lilien in Karlsruhe an. Ohne Fans natürlich. Der Vorbericht aus Zeiten vor den Kontaktbeschränkungen: 

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Zugabe: Skurrile Rivalitäten – Außergewöhnliche Derbys weltweit.

Derbys und Rivalitäten sind das Salz in der Fußballsuppe. Meistens mag man seinen Nachbarn besonders „gerne“ oder einen langjährigen sportlichen Rivalen. Oder es gibt einseitige Abneigungen, die die andere Seite kaum tangiert. Allerdings gibt es auch durchaus obskure Duelle im Weltfußball, Derbys von Bedeutung, die mit ungewöhnlichen Rahmenbedingungen auffallen. Eine Liste:

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